Wie sieht Basisdemokratie bei uns konkret aus, wenn es um Entscheidungen geht?

Jeder kennt die übliche Abstimmungspraxis, wenn es in einer Gruppe etwas zu entscheiden gibt (z. B. wohin der Betriebsausflug gehen soll): Es gibt verschiedene Vorschläge, es wird abgestimmt, wer für welchen Vorschlag ist, und am Ende wird das umgesetzt, das die meisten Stimmen bekommen hat. Es gibt also „Gewinner“ (die, deren favorisierte Option den Zuschlag bekommt) und „Verlierer“ (die, die gerade diese Option ablehnen). Die Folge ist, dass die Minderheit unzufrieden zurückbleibt, vielleicht sogar das Beschlossene gar nicht unterstützt – z. B. nicht mit zum Betriebsausflug kommt.

Wir machen es anders. Wir wollen alle „mitnehmen“ und maximal beteiligen. Ziel ist, dass alle Beteiligten am Ende mit der Lösung gut leben können. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Methoden:

Systemisches Konsensieren – statt der Zustimmung wird der Widerstand gegen eine Option gemessen (z .B. ob für eine Sitzung zwei, zweieinhalb oder drei Stunden angesetzt werden sollen): Alle Teilnehmer bewerten jeden Vorschlag mit ihrem persönlichen Widerstand (z. B. Skala 0 – 10: kein Widerstand bis maximaler Widerstand). Durch Addieren der Widerstandswerte für jede Option bekommt man den jeweiligen Gesamtwiderstand. Die Option mit dem geringsten Widerstand gilt als gewählt. Die Methode kann für jeden Themenbereich und Gruppen jeder Größe eingesetzt werden (bei sehr großen Gruppen mithilfe von Onlinesoftware). Bei dieBasis wurde mit diesem Tool z. B. zunächst über die Art und Gestaltung der Kampagne zu den anstehenden Wahlen entschieden.

Konsentmoderation – ein einziger Vorschlag wird in einem kreativen und kooperativen Prozess bis zum Konsens optimiert (z.B. bei der Entscheidung über einen Slogan): Nachdem alle Bedenken und Meinungen gehört sind, wird die Lösung – wenn nötig – so lange „geschliffen“, bis sie ausnahmslos von allen mitgetragen wird.

Bei dieBasis zählt die Meinung jedes einzelnen Mitglieds und fließt in die Entscheidung ein.